Von der Halde zum wertvollen Baustoff

Dezember 2022

Das Bündnis RENAT.BAU startet erste Vorhaben und treibt das Ressourcenmanagement für nachhaltiges Bauen voran.

Weimar. Mehrere Millionen Tonnen werden im Bereich der Rohstoffgewinnung für Baustoffe jedes Jahr in Deutschland auf Halden deponiert und damit nicht für Bauteile verwendet. Ein großer Anteil dieses bisher ungenutzten Materials lässt sich mit neuen Aufbereitungs- und Sortiertechniken werthaltig für die Bauindustrie gewinnen. Ein erstes Projekt im Rahmen der Initiative RENAT.BAU, finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „Wandel durch Innovation in der Region“ (WIR!), wird neue Verfahren entwickeln, um Reststoffe und Haldenmaterialien für die Baustoff- und Bauindustrie nutzbar zu machen.

Die drei Initiatoren von RENAT.BAU sind die Materialforschungs- und -prüfanstalt Weimar (MFPA), die Bauhaus-Universität Weimar mit dem F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde (FIB) und das Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gemeinnützige GmbH (IAB). Sie bringen mit dem Thüringer Bündnis die Kompetenzen hinsichtlich Nachhaltigkeit von über 70 Partnern in der Region zusammen. Mit dabei sind Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Verbände und Forschungseinrichtungen. Synergieeffekte und Innovationen in den Bereichen nachhaltiges Bauen und Baustoffe, Ressourcenschonung sowie Klima- und Umweltschutz werden geschaffen.

Die Weimarer Partner koordinieren das WIR!-Bündnis, mit dem die Baubranche im gesamten Mittelthüringer Raum gestärkt wird. Sie verfolgen damit die Ziele, Bauprodukte mit weniger Energieaufwand herzustellen, den CO2-Ausstoß zu senken und das Recycling zu forcieren. „Hiermit blicken wir einer enormen Veränderung des Bauens entgegen – Thüringen sollte bei dem Thema Nachhaltigkeit in der Baustoff- und Bauindustrie eine Vorreiterrolle einnehmen“, so der Bündnissprecher Professor Könke, wissenschaftlicher Direktor der MFPA.

Im Januar 2023 startet das erste Vorhaben im Rahmen des Bündnisses: an der Entwicklung nachhaltiger Baustoffe aus Thüringer Tonen, Reststoffen und Haldenmaterialien für Zement und Beton forschen drei Jahre lang die Partner IAB, FIB und Adelheid Meißner GmbH. Im Projekt soll aufgezeigt werden, dass verschiedene Rest- und Abfallstoffe zu hochwertigen Baustoffen veredelt werden können. Weitere vier Vorhaben werden im Laufe des Jahres 2023 ihre Arbeit aufnehmen.