SorelWBP - Entwicklung von Gipsersatz-Wandbauplatten auf Basis eines Nebenproduktes des Kalisalz-Abbaus

Kohlekraftwerke produzieren innerhalb ihrer Abgasanlagen sogenannten REA-Gips als Nebenprodukt. Diesen nutzt bevorzugt die Gipsindustrie zur Produktion von Gipsbauplatten und Gipsputz. Durch die absehbare Stilllegung aller Kohlekraftwerke bis 2038 wird diese Rohstoffquelle ausfallen.

Gleichzeitig gibt es an anderen Stellen Mitteldeutschlands Kalisalzvorkommen. Aus dem Abbau resultieren Abwässer. Das Einleiten dieser Abwässer in Flüsse beziehungsweise das Verpressen in porösen Gesteinsschichten verursacht nachhaltig Probleme.

Kammerofen im Labor des IAB 1  Innen des Kammerofen im Labor des IAB 2

Bild 1 & 2: Kammerofen im Labor des IAB

Dieses Projekt wurde angestoßen, um magnesiumchloridreiche Abwässer in einem Materialkreislauf zu halten. In Thüringen gibt es qualitativ hochwertige Dolomitvorkommen in verschiedenen geologischen Formationen. Bei gezieltem Erhitzen von Dolomit oxidiert das Magnesiumcarbonat zu Magnesiumoxid. Das residuale Calciumcarbonat bleibt unzersetzt bestehen. Das Konzept sieht vor, diesen Dolomithalbbrand und die Abwässer in eine Reaktion, der sogenannten SOREL-Reaktion, zu bringen. Das Projektziel ist eine Wandbauplatte aus diesem Baustoff, der den Gips ersetzen könnte.


Zielstellung

Die erste Phase konzentriert sich auf eine Rohstoffanalyse und den Halbbrand von Dolomitgestein. Anschließend erfolgt das Entwickeln von Rezepturen. Um die Platte beständiger gegen Feuchte zu machen, sollen nachwachsende Bärlappsporen und Casein dem Frischmörtel zugesetzt werden. Zur besseren Verarbeitbarkeit für Handwerker wird der Baustoff durch die Einführung kleiner Luftporen gebläht und damit leichter.

Erste Probenmuster

Bild 3: Erste Probenmuster

Verbundpartner

IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gemeinnützige GmbH

K-UTEC AG Salt Technologies

Assoziierte Partner

Dolomitwerk Jettenberg Schöndorfer GmbH

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