2. PROJEKTAUFRUF

1. Das Bündnis RENAT.BAU – Ressourcenmanagement für nachhaltiges Bauen

Bauen ist heute verbunden mit einem enorm hohen Energieverbrauch, Rohstoffeinsatz und Reststoff­anfall. Die Herstellung und der Transport von Baustoffen zum Einsatzort benötigen gewaltige Mengen an Energie und die Prozesse sind nach wie vor mit einer erheblichen Emission von CO2 und weiterer klima- und umweltschädlicher Stoffe und Substanzen verbunden. Die Bündnisregion verfügt über erhebliche Rohstoffressourcen für die Baustoffindustrie und liegt dadurch sehr stark im Fokus des überregionalen, rohstoffhungrigen Bausektors, was der nachhaltigen Nutzung der Landschafts­potenziale entgegensteht. Bauen wird nur dann nachhaltig sein können, wenn über wegweisende Innovationen der Roh- bzw. Baustoffeinsatz drastisch reduziert, Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse deutlich effizienter gestaltet und Stoffkreisläufe konsequent geschlossen werden. RENAT.BAU betrachtet deshalb das Bauen erstmals konsistent über gesamte Stoff­ströme, Lebenszyklen und Wertschöpfungsketten hinweg und adressiert nicht nur – wie bisher – einzelne Aspekte daraus.

Das Bündnis RENAT.BAU steht für die Entwicklung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements im Bereich Bau und Baustoffe und will ganzheitliche Lösungen für eine energiereduzierte, klima- und umweltschonende Herstellung von Baustoffen und Bauteilen in Verbindung mit sich verändernden Stoffströmen und Verfügbarkeiten entwickeln und damit einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.

Weitere Informationen zu RENAT.BAU finden Sie unter www.renatbau.de oder im persönlichen Gespräch mit der Koordinierungsstelle des Bündnisses in der Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar.

RENAT.BAU wird gefördert durch das Förderprogramm »WIR! – Wandel durch Innovation in der Region« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Informationen zum Förderprogramm und die Förderbekanntmachung unter:

2. Schwerpunktthemen des 2. Projektaufrufs RENAT.BAU

Der 2. Projektaufruf richtet sich an regionale Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Bildungseinrichtungen und gesellschaftliche Initiativen wie z. B. Interessenverbände und Vereine, die gemeinsam mit überregionalen Kompetenzträgern einen aktiven Beitrag zur Stärkung der Innovations- und Wirtschaftskraft des Bündnisses RENAT.BAU leisten wollen. Die Vorhaben werden bei einem erfolgreich absolvierten Wettbewerbs- und Auswahlprozess vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit nichtrückzahlbaren Zuwendungen im Rahmen des Programms »Wandel durch Innovation in der Region – WIR!« gefördert.

Im 2. Projektaufruf werden die in nachfolgender Tabelle definierten drei Themenschwerpunkte adressiert. Alle Partner und Interessierte mit zielführenden Frage- und Aufgaben­stel­lungen in diesen Themenschwerpunkten sind eingeladen, ihre Projektideen einzureichen. Insbesondere erwarten wir die Einreichung von Projektideen für größere Verbundvorhaben mehrerer Partner aus unterschiedlichen Bereichen.

Bei allen adressierten wissenschaftlich-technischen Themenschwerpunkten sind Ressourcen, Energie und CO2 gemeinschaftlich zu betrachten. Bei Themenschwerpunkt H) im Bereich Bildung, Information, Akzeptanzbildung sind jeweils verschiedene Bildungs- und Lernebenen kombiniert zu adressieren.

Projekte aus den Bereichen F) und G) haben (Zwischen-) Ergebnisse den Projektbearbeitern aus dem Bereich H) in einer Form zu Verfügung zu stellen, dass diese beispielhaft implementiert werden können. Gleichzeitig haben Projekte aus H) entsprechende Informationen aufzunehmen und einzubinden. Daher ist ein Austausch während der Bearbeitungsphase zwischen Projekten aus den Bereichen F) und H) bzw. G) und H) essenziell.

Wissenschaftlich-technische Themenschwerpunkte

F) Schließen von Stoffkreisläufen

Die in Deutschland eingesetzten Baustoffe (≈ 650 Mio. t) übersteigen die Menge an resultierenden Bau- und Abbruchabfällen (≈ 220 Mio. t) etwa um den Faktor drei. Das Schließen von Stoffketten („Cradle to Cradle“) allein kann damit nicht den enormen Rohstoffbedarf decken. Eine Reduzierung der benötigten Baustoffe muss parallel erfolgen. Dennoch ist es notwendig, Stoffkreisläufe möglichst zu schließen; dabei ist die Maßstäblichkeit der Regionalität und somit eine Abschätzung auch hinsichtlich der Transportwege zu berücksichtigen. Abbildung 1 veranschaulicht die Bezüge zu anderen Schwerpunkten von RENAT.BAU:

Der Einsatz von Rezyklaten bei der Baustoffherstellung ist sehr gering. Die aus dem Rückbau/ Abbruch bestehender Bausubstanz resultierenden Reststoffe werden nur etwa zu einem Drittel im Baubereich rezykliert und dabei überwiegend für niederwertige Aufgaben im Straßen- und Wegebau eingesetzt (à Downcycling).

Rund 25 Mio. t/a Baustoffabfälle werden derzeit deponiert. Neben der Entsorgung auf Deponien bestehen noch zahlreiche, in Art und Umfang nicht erfasste, Zwischenlager von Bauschutt sowie Reststoffen aus der Baustoffindustrie und der Rohstoffgewinnung (z. B. Halden). Darüber hinaus werden andere Reststoffe aus anderen Industriezweigen, die sich als Sekundärrohstoff für die Baustoffherstellung grundsätzlich eignen würden, ebenfalls nach wie vor zu hohen Anteilen deponiert und nicht für den Baustoffstrom erschlossen.

Bei der Planung der Bauwerke werden heute in der Regel keine Rück- und Umbau­konzepte erstellt oder berücksichtigt. Resultat ist, dass Baustoffe bei Modernisierung, Umbau oder Abbruch nicht oder nur sehr schwierig zurückrückgewonnen werden können.

Bereits heute zeichnet sich eine Verknappung bei einigen mineralischen Rohstoffen wie Sand an. Zudem fallen perspektivisch in Deutschland durch den Kohleausstieg derzeit eingesetzte Sekundärrohstoffe (z. B. Kohleaschen, REA-Gips) weg.

Rückbau und Umnutzungskonzepte müssen entwickelt werden und perspektivisch bei der Konzeption von Bauwerken zentrale Bedeutung einnehmen. Es sollen Baustoffe und Bauteile mit höherem Rezyklatanteil entwickelt werden. Dabei sind die bei der Baustoff- und Bauteilherstellung anfallenden Reststoffe, Bauabfälle und andere geeignete Industriereststoffe als Einsatzstoff zu erschließen.

Ein wichtiger Grund für den geringen Einsatz von Sekundärrohstoffen/ RC-Materialien sind u. a. fehlende Datenbasen zu charakteristischen Produkteigenschaften und anwendungsbezo­genen Anforderungen. Dies hat negative Auswirkungen auf die Akzeptanz, die Entschei­dungs­findung für die Anwender und den Marktzugang.

Die eingereichten Vorschläge sollten idealerweise die Möglichkeit beinhalten, Schnittstellen zu dem Projekt „Entwurf einer regionalen Sekundärrohstoffdatenbank“ zu erzeugen; das Vorhaben beinhaltet folgende Teilvorhaben: „Verwertungs- und Substitutionspotential“, „Systematisierung und Rohstoffkatalog“, „Recherche und Ökobilanzierung“.

Gewünscht werden technologische, branchenübergreifende Vorhaben zu (der Verknüpfung von) folgenden Themen:

  • Neue Konzepte für die lokale bzw. regionale Wiederverwertung von Bauteilen oder die Nutzung von Recyclingmaterialien
  • Konzepte zum Einsatz digitaler Modelle (BIM, Monitoring über die Lebenszeit) für die verbesserte langfristige Nutzung von Bauwerken, bzw. für die Vorbereitung der Wiederverwendung und des Recyclings von Bauteilen und Baustoffen
  • Entwicklung von Prüfverfahren (Qualitätssicherung/ Prüfung/ Nachweise), Anwendungsempfehlungen und Produktkennzeichnungen für den Einsatz von Recyclingmaterial bzw. von Bauteilen in zweiten Lebenszyklen
  • Entwicklung vollständiger ökobilanzieller Betrachtungen (Material, Energie usw.) für Baustoffe und Bauprodukte über mehrere Lebenszyklen
  • Entwicklung von Verfahren um Urban Mining (Wiederverwendung und Recycling) von Wertstoffen aus bereits vorhandenen Bauwerken

Weitere Projektvorschläge zur Schließung von Stoffkreisläufen, die zur überregionalen Ausstrahlung der Bündnisregion einen besonderen Beitrag leisten, sind willkommen.

G) Reduzierung Energiebedarf

In der Bündnisregion gibt es langjährige Kompetenzen in der Zement-, Kalk-, Keramik-, Holz- und Ziegelindustrie. Die Herstellung von Basismaterialien in den sogenannten Grundstoffindustrien steht am Anfang der industriellen Wertschöpfungsketten. Sie ist aufgrund der damit verbundenen chemischen und physikalischen Stoffumwandlungen oftmals extrem energieintensiv. Dieser Energieaufwand ist je nach eingesetztem Energieträger mit entsprechenden Treibhausgasemissionen verbunden. Darüber hinaus entstehen in diesen Industrien Treibhausgasemissionen in der Folge der Produktions- und Umwandlungsprozesse der eingesetzten Rohstoffe. So entstehen in den oben genannten Industriezweigen CO2-Emissionen aufgrund der als Rohstoffe eingesetzten karbonathaltigen Mineralien.

Zur Bauteilherstellung werden heute oft wesentlich mehr Einsatzmengen als eigentlich notwendig eingesetzt, da die Bauteile oft nicht konstruktiv hinsichtlich Leichtbau und mög­lichst geringem Materialeinsatz konzipiert sind.

Zu entwickeln sind effizientere, klimafreundlichere Technologien für die Baustoffherstellung bzw. -verarbeitung.

Daraus ergibt sich die Herausforderung, neue Produktionsverfahren zu entwickeln, mit denen sich mögliche mittel- bis langfristige Strategien für die Reduzierung von Treibhausgasen und damit Transformationspfade für energie- und ressourcenschonende Produktionsverfahren der deutschen Grundstoffindustrien erreichen lassen. Die Bandbreite für Technologie- und Verfahrensentwicklungen ist groß. Es besteht Bedarf an:

  • Ersatz von ressourcen- und energieintensiven Baustoffen durch alternative Systeme mit geringerem Ressourceneinsatz
  • Entwicklung und Bereitstellung alternativer Bindemittel, mit weniger klima- und umweltschädlichen Emissionen im Herstellprozess
  • Schließen von regionalen Stoffkreisläufen zur Reduzierung des Energieaufwandes zur Herstellung der benötigten Baustoffmenge und Reduzierung des Transportaufwandes (Bezug zu F))
  • Entwicklung von CO2-neutralen oder -absorbierenden Mauerwerksteinen (oder anderer Baustoffe und -teile)
  • Anwendungsspezifische optimierte Mauerwerksziegel und Dachbauteile (oder anderer Bauteile) (Durch die Gewichtsreduktion der produzierten Bausteile kann es gelingen, sowohl den Energieeinsatz als auch die Prozessemissionen zu reduzieren.)
  • Porosierung von Materialien für den Leichtbau (durch das gezielte Einbringen von Poren und Strukturen ergeben sich Material- und Energieeinspar-Potenziale bei der Herstellung, beim Transport und bei der Verarbeitung von Baustoffen)
  • Mikrowellengestützter (oder strombasierter) Prozesstechnik in der Grundstoffindustrie (Energieziel 2050: 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen)
  • Teil-Hybridisierung von Großaggregaten zur Vergrößerung des elektrischen Flexibilisierungsgrades
  • Vorhaben zur modellhaften Laboranwendung und prozessrelevanten Materialeigenschaften (Bezug zu Projekt „Datenbank“)

Weitere Projektvorschläge für die Reduzierung des Energiebedarfes im Bausektor, die zur überregionalen Ausstrahlung der WIR!-Region RENAT.BAU einen besonderen Beitrag leisten, werden begrüßt.

Themenschwerpunkt im Bereich Bildung, Information, Akzeptanzbildung

H) Fach-/ Führungskräfte, Aus- und Weiterbildung

In diesem Themenschwerpunkt steht der Informations- und Wissenstransfer zu Themen im Innovationsfeld und dabei insbesondere die Verknüpfung von erzielten Forschungsergebnissen mit Informations- und Bildungsangeboten im Fokus. Durch gezielte Informations- und Wissensangebote sollen die Akzeptanz von Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit im Bauen und mit spezifischen Informations- und Bildungsangeboten der regionale Pool qualifizierter Fachkräfte im Innovationsfeld gestärkt werden.

Bevorzugt sollen Projekte in diesem Themenschwerpunkt mit den folgenden Zielsetzungen gefördert werden, wobei die Adressierung mehrerer dieser Ziele ausdrücklich gewünscht ist:

  • Verbesserung der Berufs- und Studienwahl und nachhaltige Sicherung der Ausbildung bzw. Studien im Themenbereich des Innovationsumfelds zur Ausbildung und Absicherung zukünftiger Fachkräfte
  • Gezielte Weiterbildungsangebote für Fach- und Führungskräfte in spezifischen Themenfeldern des Innovationsfeldes
  • Individuelle Qualifizierungsangebote zur Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräften
  • Gezielte Fach- und Führungskräftebindung und -gewinnung aus den bestehenden Personalressourcen
  • Entwicklung innovativer Weiterbildungsangebote durch aktuelle Forschungsergebnisse

Die zu entwickelnden Lern- und Informationsmodule bzw. -formate sollen zwingend sowohl zur Präsenzschulung/ -information als auch als digitales Modul/ Tools konzipiert und entwickelt werden (Einsatz hybrider Methoden (Präsenz/ Digital)). Die digitalen Module/ Werkzeuge sollen dabei sowohl die Präsenzschulung/ -information innovativ unterstützen (z. B. durch Visualisierung), als auch als ergänzendes oder separates Angebot auf der RENAT.BAU-Lernplattform genutzt werden können.

Die digitalen Module/ Werkzeuge müssen dabei auf der digitalen RENAT.BAU-Lernplattform integrierbar und nutzbar sein. Um dies zu ermöglichen muss eine enge Verknüpfung des Projektes mit der geplanten Entwicklung der digitalen Lernplattform (Projekt 1. Projektaufruf RENAT.BAU) erfolgen.

Durch die gewünschte Kombination zwischen Präsenz und Digital (hybrider Methoden) soll zum einen die Erreichbarkeit von unterschiedlichen Zielgruppen verbessert werden. Zum anderen sollen die Verfügbarkeit der Angebote erweitert und der Lerneffekt verbessert werden.  

Folgende Bildungsebenen sollen durch die Projekte mit den fachspezifischen Thematiken von Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit im Bauwesens und der Baustoff-/ Bauteilherstellung spezialisiert werden:

  • berufliche Orientierung
  • spezifische Vertiefung und Ergänzung der Berufs­ausbildung
  • Stärkung der universitären Ausbildung
  • Qualifizierungs- und Zertifizierungsmaßnahmen von Mitarbeitern und Fachpersonal

Bevorzugt sollen die Lern- und Informationsmodule mehrere dieser Bildungsebenen adressieren oder darauf anpassbar sein.

 

Interdisziplinäre Ansätze in Verbundpartnerschaften sowie eine Verknüpfung der Themenschwerpunkte oder die Adressierung mehrere Aspekte innerhalb eines Verbundprojektes sind ausdrücklich gewünscht und werden besonders positiv bei der Bewertung berücksichtigt. 

3. Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

Für diesen gesamten Aufruf stehen bis zu drei Millionen Euro für innovative Projekte in der Bündnisregion zur Verfügung.

Die Höhe der Zuwendung für einzelne Verbundprojekte orientiert sich im genannten Rahmen am konkreten Bedarf eines einzelnen Projektes und unterliegt daher keiner Vorgabe. Über die Angemessenheit der Höhe und die Förderwürdigkeit des Projektes entscheidet der Beirat.

Der Projektträger prüft und entscheidet gemäß der Richtlinie des Förderprogramms, der alle Informationen zu förderfähigen Ausgaben zu entnehmen sind; siehe: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2529.html

4. Verfahrensablauf

Das Verfahren wird durch die Koordinierungsstelle des Bündnisses organisiert. Sie koordiniert u. a. die Projektaufrufe, Projektideen und Passfähigkeit der Vorhaben zur Gesamtstrategie in Abstimmung mit der Bündnisleitung.

Koordinierungsstelle RENAT.BAU
Materialforschungs- und -prüfanstalt
an der Bauhaus-Universität Weimar
Coudraystr. 9
99423 Weimar
www.renatbau.de
Ansprechpartner: Ulf Pleines
Telefon: 03643 564-337
E-Mail: ulf.pleines@mfpa.de

Alle Interessenten sind eingeladen, das Beratungsangebot zu den Projektaufrufen des Bündnisses zu nutzen. Hier kann das weitere Vorgehen bei der Projektskizzenarbeit abgestimmt werden. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Bündnisses.

Das Projekt-Auswahlverfahren ist mehrstufig ausgelegt.

  • Vorlage und Auswahl von Ideenskizzen (4.1)
  • Erstellung ausführlicher Projektbeschreibungen und Vorlage an den Beirat zu dessen Entscheidung (4.2)
  • Einreichung vollständiger Projektantrag beim Projektträger des BMBF (4.3)

4.1 Vorlage und Auswahl von Ideenskizzen

Bis zum 15. September 2022 können bei der Koordinierungsstelle (MFPA – Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar) Ideenskizzen zu den definierten Schwerpunktthemen des Projektaufrufs eingereicht werden.

Insbesondere sollen Verbundprojekte mehrerer Partner aus Industrie, Forschungseinrichtungen und Partnern aus Verbänden, Institutionen und dem Bildungsbereich gefördert werden.

Diese Ideenskizzen sind in deutscher Sprache mit einem Umfang von maximal fünf DIN-A4-Seiten exklusive Deckblatt und Literaturreferenzen und Quellenangaben, 1,5-zeilig, Schriftart Arial, Schriftgrad 11, in elektronischer Form als PDF, versehen mit der Unterschrift des rechtsverbindlichen Vertreters des designierten (Verbund-) Projektkoordinators, sowie parallel als Office-Open-XML-Datei (Dateiendung .docx) einzureichen.

Die Ideenskizze sollte mindestens folgende Aspekte enthalten:

  • Darstellung der Projektidee und Projektziele sowie des Forschungsbedarfs
  • Wie adressiert das Vorhaben das definierte Schwerpunktthema?
  • Welcher Mehrwert für das Bündnis zur Umsetzung der RENAT.BAU-Konzeption wird durch das Projekt in welchem Zeithorizont erwartet?
  • Welche Verwertung der Projektergebnisse durch welchen Partner wird in welchen Marksegmenten und mit welchen Zielzahlen anvisiert?
  • Zeitplanung und orientierender Finanzierungsbedarf (mit Angabe, ob es sich um Netto- oder Bruttowerte handelt), Partner- und Aufgabenstruktur im Projekt
  • Benennung des Projektkoordinators

Mögliche Projekte zu den Ideenskizzen können eine Laufzeit von maximal 36 Monaten haben. Der Projektstart soll im 3. Quartal 2023 erfolgen.

Die Aufwendungen für die Bündniskoordinierung und für übergreifende Bündnistätigkeiten und ‑aufgaben müssen durch einen Umlagebeitrag jedes geförderten Bündnispartners finanziert werden. 5 % der erhaltenen Fördersumme müssen von den Projektpartnern als Umlage auf das Bündniskonto gegen entsprechende Rechnung eingezahlt werden. Es dürfen nur diejenigen potentiellen Antragsteller Ideenskizzen einreichen, die diese Umlagefinanzierung vollumfänglich akzeptieren und eine entsprechende Bündnisvereinbarung vor Antragstellung beim Projektträger des BMBF unterzeichnet haben. Der Umlagebeitrag wird erst bei Projektbewilligung fällig.

Die eingegangenen Ideenskizzen werden von der Bündnisleitung hinsichtlich der Einhaltung der formalen Kriterien des Projektaufrufs geprüft. Überschreiten die eingereichten Ideenskizzen in Summe den möglichen Förderumfang des Projektaufrufs deutlich, erfolgt zudem eine Auswahl der Bündnisleitung nach folgenden Kriterien:

  • Adressierung der Schwerpunktthemen und Bewertung der erreichbaren Effekte
  • Möglichst umfassende thematische Abdeckung der adressierten Themenfelder durch die ausgewählten Projekte
  • Erwartete Auswirkungen zum Erreichen der Bündnisziele gemäß der Bündnisstrategie (Innovationskonzept des RENAT.BAU-Bündnisses).

Hinweis: Es besteht kein Anspruch darauf, dass eingereichte Ideenskizzen im Auswahlprozess dieses 2. Projektaufrufs berücksichtigt werden.

4.2 Erstellung ausführlicher Projektbeschreibungen und Vorlage für den Beirat, Beiratsvotum

Die Partner der von der Bündnisleitung ausgewählten Ideenskizzen werden von der Koordinierungsstelle Mitte September 2022 aufgefordert, innerhalb einer Frist von vier Wochen eine ausführliche (Verbund-)Projektbeschreibung zu erstellen und bei der Koordinierungsstelle einzureichen.

Spätestens mit Einreichen der (Verbund-)Projektbeschreibung müssen alle Verbundpartner dieses Projektes eine entsprechende RENAT.BAU-Bündnisvereinbarung unterzeichnen, die verbindlich unter anderem die Umlagefinanzierung des Bündnisses mit 5 % der jeweiligen Fördersumme festlegt. Ohne Unterzeichnung der Bündnisvereinbarung ist kein Einreichen einer Projektbeschreibung zur Entscheidung durch den Beirat möglich.

Die Gliederungsunkte dieser (Verbund-)Projektschreibung werden sich dabei nach den gültigen Vorgaben und Hinweisen des Projektträgers des BMBF zur Erstellung von Anträgen auf Zuwendung im WIR!-Förderprogramm richten, die dann aktuell von der Koordinierungsstelle bereitgestellt werden.

Die Koordinierungsstelle steht bei der Erstellung der (Verbund-)Projektbeschreibung bei Bedarf beratend zur Verfügung.

Die so eingereichten (Verbund-)Projektbeschreibungen werden von der Bündnisleitung dem Beirat RENAT.BAU zur Evaluierung zugesendet. Der Beirat wird in einer Beiratssitzung dann darüber entscheiden, welche Projekte zur Förderung freigegeben werden.

Maßgeblich für die Evaluierung im Beirat ist, welchen Beitrag die eingereichten (Verbund-)Projekte zur Umsetzung der RENAT.BAU-Konzeption und zum Erreichen der Bündnisziele leisten. Die Bewertungskriterien sind entsprechend:

  • ein langfristiger Aus- und Aufbau regionaler Entwicklungs- und Wertschöpfungsketten sowie der Aufbau längerfristig strategischer, den regionalen Strukturwandel fördernder Kooperationen
  • die Erhöhung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen zur Stärkung der Kompetenzen im Innovationsfeld
  • die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und/ oder das Heben von Beschäftigungspotenzialen
  • Wissenstransfer von Wissenschaft zu Unternehmen oder in die Gesellschaft zur Informations- und Akzeptanzbildung
  • Eine hohe Praxiswirksamkeit und hoher Nutzen für die Region, insbesondere durch die Einbeziehung von jungen, kleinen und mittleren Unternehmen
  • die Erhöhung der Ausstrahlungskraft des Bündnisses und die Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse in vergleichbare Regionen
  • eine intensive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Hinweis: Es besteht kein Anspruch darauf, dass eine eingereichte (Verbund-)Projektbeschreibung durch den Beirat zur Förderung ausgewählt wird. Der Beirat ist in seiner Auswahlentscheidung völlig frei und unabhängig. Auch ist der Beirat frei darin, eingereichte (Verbund-)Projekte nur unter verbindlich zu berücksichtigenden Auflagen zur Förderung zu empfehlen.

4.3 Einreichen Projektantrag beim Projektträger und Auflagen für geförderte Projekte

Die Partner/ Initiativen der vom Beirat zur Förderung freigegebener (Verbund-)Projekte werden schriftlich von der Koordinierungsstelle informiert und aufgefordert, innerhalb einer definierten Frist die formalen Förderanträge für die Vorhaben beim vom BMBF beauftragten Projektträger Jülich (easy online-Portal) einzureichen. Eventuelle Auflagen des Beirats, die sich im Evaluierungsprozess als notwendig herausgestellt haben, müssen dabei zwingend berücksichtigt werden.

Eine elektronische Kopie der eingereichten (Verbund-)Vorhabenbeschreibung ist der Koordinierungsstelle unmittelbar nach Einreichung beim Projektträger unaufgefordert zur Verfügung zu stellen.

Nach abschließender Prüfung der förmlichen Förderanträge entscheidet das BMBF bzw. dessen beauftragter Projektträger auf Basis der verfügbaren Haushaltsmittel und nach den Kriterien aus der WIR!-Förderrichtlinie durch Zuwendungsbescheid über die Bewilligung der vorgelegten Anträge. Ein Rechtsanspruch besteht hierzu nicht. Die Bewilligung erfolgt in der Regel in einem Zeitrahmen von ca. sechs Monaten nach Vorlage eines vollständigen, rechtskräftig unterschriebenen formgebundenen Antrags beim Projektträger.

Der/ die Antragsteller des geförderten (Verbund-)Vorhaben verpflichtet/-en sich, die Koordinierungs­stelle des Bündnisses über den Erhalt des Zuwendungsbescheides und den tatsächlichen Projektstart und die tatsächlich beschiedene Fördersumme zu informieren.

Der Antragsteller bzw. bei Verbundprojekten der Verbundprojektkoordinator ist verpflichtet, der Koordinierungsstelle alle sechs Monate schriftlich über den Status des Vorhabens zu berichten und wirkt bei eventuellen Nachprüfungen und Evaluierungen des Bündnisses mit. Der Abschlussbericht ist maximal drei Monate nach Ablauf der Projektlaufzeit in der Koordinierungsstelle in elektronischer Form einzureichen. Die Auflagen aus dem Zuwendungsbescheid für die bewilligten Vorhaben gelten davon unabhängig für jeden geförderten Partner.

5. Beteiligte am Auswahlprozess und Kontaktdaten

Koordination:
MFPA - Materialforschungs- und -prüfanstalt
an der Bauhaus-Universität Weimar
Coudraystraße 9
99423 Weimar

Ansprechpartner Koordinationsstelle:
Ulf Pleines
Telefon: +49 (0) 3643 564-337
Fax: +49 (0) 3643 564-202
E-Mail: ulf.pleines@mfpa.de

Bündnisleitung:
Prof. Dr.-Ing. habil. Carsten Könke
MFPA - Materialforschungs- und –prüfanstalt
an der Bauhaus-Universität Weimar
Coudraystraße 9
99423 Weimar

Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig
Bauhaus-Universität Weimar
FIB – F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde
Geschwister-Scholl-Str. 8
99423 Weimar

Dr.-Ing. Ulrich Palzer
IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH
Über der Nonnenwiese 1
99428 Weimar

Beirat
Prof. Dr.-Ing. Danièle Waldmann-Diederich
Technische Universität Darmstadt
Institut für Massivbau
(Vorsitzende des Beirats)

Dieter Heller
Bundesverband Leichtbeton e. V.
(stellvertretender Vorsitzender des Beirats)

Rainer Krings
Mendiger Basalt Schmitz Naturstein GmbH & Co. KG

Anna Leinweber
Willi Leinweber Transport GmbH & Co. KG

Christiane Leischner
Volkshochschule Eisenach

Dr. Thomas Neumann
SCHWENK Zement KG

Dr.-Ing. Thomas Richter
InformationszentrumBeton GmbH

Prof. Dr.-Ing. Sylvia Stürmer
HTWG Konstanz
Fakultät Bauingenieurwesen

Projektträger
Projektträger Jülich (PtJ)
c/o Forschungszentrum Jülich GmbH
Gründungs-, Transfer- und Innovationsförderung
Regionale Innovationsfaktoren (GTI 2)
Zimmerstraße 26-27
10969 Berlin

Ansprechpartner für das WIR!-Bündnis RENAT.BAU:
Dr. Boris Repen
Telefon +49 (0) 30 20199-3289
Fax: +49 (0) 30 20199-412
E-Mail: b.repen@fz-juelich.de
www.fz-juelich.de/ptj

DOWNLOAD PROJEKTAUFRUF

Hier können Sie den zweiten Projektaufruf als PDF-Dokument herunterladen.

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